Samstag, 20. November 2010

Das Weiter lassen

Leben: wieder lebendig. Endlich nicht mehr: Langeweile wird hysterisch.(nach Dirk von Lowtzow) Lebendigkeit durch Zweifel und Ver(w)irrungen. Ob dies vertretbar ist mit dem eigenen Gewissen? Man weiß es nicht, man ahnt es ist nicht alles rein und weiß und glatt und schön. Aber Hässlichkeiten bieten Zusammenkünfte. Auch wenn es nur die eigenen Stufen des Ichs betrifft, ohne wahre, äußere Interaktion.
Interagieren. Im Rahmen bleiben wollen. Anständig bleiben wollen. Und doch nicht wissen, was das so wirklich bedeutet. Und doch nicht wirklich im Anstand leben können. Handlungen vollziehen, die Zweifel an der eigenen Integrität nähren. Aber auch dies: Trauer und Schmerz des Lebens. Das Opfer was da zu zahlen wäre. Das Opfer für die Erhaltung von Lebendigkeit.

Neue Wege gehen, in alte Fußstapfen des vergangenen Ichs tretend. Sich selber neu erfinden und doch nicht zerlegen. Verlegen sein und nicht zerbrechen. Bluten. Die Folter spüren. Die Reglosigkeit aushalten. Anstand und Würde dennoch irgendwie wahren. (Nicht immer, aber meist).
Blut, Blendung, Beifall. (Dies nicht allein im übertragenden Sinne, sondern real, auf der Bühne und somit doch so irreal und künstlich)
Künstlich - der Kunst einmal mehr hold sein. Wenn schon sonst alles so seltsam nebelig, melancholisch, kompliziert und manchmal ungewollt gemein ist.
Uferlos in Kunst zertrinken.
Neue Möglichkeiten ertesten, sich selbst verletzen, Erhabenheit einstudierend. Sich selbst in Frage stellen und zerkratzen. Drauf scheißen. Weiter machen. Sich gut fühlen, trotz...
Würde. Liebe. Folter. Trauer. Wunden.
Das Gefühl des Weiterstrebens, das Gefühl von Intensität.
Nicht wissen, ob all dies richtig ist, was man so tut. Aber nichts auslassen. Nichts unterlassen.
Weiter hassen. Weiter verlassen.
Besonders aber:

Das Weiter lassen.