Dienstag, 8. März 2011

Stiller Stil

Man kann noch so viel von der Welt wissen.
Von ihrem Schein, ihrer Trauer, ihrer Schönheit und Zerbrechlichkeit.
Man kann noch so sehr merken wie sehr Verbundenheit und ein Gefühl von Verwandtschaft in einem aufsteigt. Noch so sehr kann man stets seinen eigenen Geschmack erweitern, verfeinern, präzisieren. Man kann noch so viel von sich selbst halten, noch so sicher wissen, dass man Ahnung hat von Vielem. Der Essenz der Dinge, gar. Man kann noch so viele wundervolle Bücher gelesen haben und noch so viele wunderbare Zitate von Musikern in Theaterstücken und anderen Songs wiedererkennen. Man kann noch so liebenswert sein und zuvorkommend und weich und fragil in der Stimme, aufrichtig und interessant im Wesen. Man kann in seinem Kopf noch so viele Sehnsüchte haben, nach mehr Begegnungen, nach mehr Aufmerksamkeit, nach mehr Zusammenkünften, nach mehr Versuchen.
Es. ist. nicht. von. Bedeutung.
Denn immer werden da nur 2 % von einem gesehen.
Dabei will man so sterbend gerne und intensiv aufzeigen, was da für ein Potential in einem steckt. Aber es bringt nichts.
All die Klugheit.
All der Geschmack.
All die Sensibilität.
Für wen?
Diese 2%, sie erhöhen sich nicht. Von einem wird nur ein kleiner Teil wahrgenommen, dabei würde man so gerne mehr zeigen.
Aber kann nichts mehr tun.
Man will auch nichts mehr tun.
Man befürchtet in der letzten Zeit bereits zu viel getan zu haben.
Man weiß es nicht.
Alles zum Scheitern verurteilt.
Aber man will zu sich stehen. Und zu allem, was man wie getan hat. Auch wenn man manchmal gerne vor eine Wand rennen würde. Auch wenn man frustriert ist. Man will es nicht sein.
Man will sich nicht mehr verbeugen.
Man hat es satt zu bitten.
Man möchte sich auf keinen Fall entschuldigen. Weil Dinge vielleicht von bestimmten wichtigen Menschen falsch aufgenommen wurden. So gar nicht, wie man das eigentlich wollte. So ganz und gar nicht. Man kann es nicht erklären. Man will sich nicht erklären. Erklärt man sich, wird man verletzlich, verletzlicher als man in bestimmten Zuständen, in bestimmten Gesellschaften sowieso schon ist.
Nein, man möchte sich für nichts entschuldigen.
Aber die Angst vor Abweisung ist schrecklich erdrückend.
Man bleibt still.
Bleibt still und kann dennoch (vor allem seit heute) nicht umhin diese vergangenen neuen Begegnungen zu lieben.
Man bleibt still und hofft.

Hofft, dass es nicht die Letzten gewesen sind.