Gegen Ende der Sendung möchte man so gerne in den Fernseher hineinkriechen. Man möchte irgendetwas zu Stande bringen, irgendetwas unternehmen, irgendetwas tun gegen diese Glasscheibe zwischen einem und den Anderen. Dieser unsichtbaren vierten Wand, die einen nicht beschützt, sondern in Isolation zurück lässt. Den Kopf möchte man sich zerschlagen, möchte laut und deutlich "Hier!" schreien, es diesen zwei Menschen dort zurufen. Man hat mit ihnen gelacht, sie geliebt und tut dies noch immer. Jedoch ist da dieses kalte Glas, was nicht weichen will. Es bleibt einem nichts anderes übrig als stumm das Gerät abzuschalten, Stille umfängt einen - grabestief und unerträglich schrill. Man reicht so viele Hände, man will diesen Künstlern, deren Leben man bewundert, deren Chiffren man versteht oder meint zu verstehen, deren Kunst einen erhellt - man will diesen Künstlern deutlich machen, dass man auch genauso ist. Man steht nicht auf der anderen Seite, man ist nicht nur Konsument, sondern Produzent. Aber wird nicht so wahrgenommen, denn immer ist dort dieses Glas, dieses dunkle, schwere Glas, was aufteilt zwischen einem Aktiv und einem Passiv. Man will jedoch nicht im Passiv konserviert bleiben. Tränen, Trauer, Hilflosigkeit in all der Glückseligkeit dieser Nacht. Man kann sich niemanden mitteilen. Nicht ihnen. Man ist mit sich allein und kommt sich lächerlich vor. So sehr will man ein Teil von den Anderen sein, so sehr will man dazu gehören. Warum nur? Weil man bewundert werden will. Weil man mehr Kunst schaffen will. Weil man selbst Menschen berühren will. Weil man weiß, dass man Talente hat.
Aber eigentlich besonders und vor allem:
weil man sich nach Geborgenheit und Austausch sehnt.
Aufrichtig und bar jeglicher Sentimentalität.
Klar, kühl und rational ist er. Der Wunsch.
Mittwoch, 6. April 2011
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