Der Chor des Urvertrauens. Gegen alle Wahrscheinlichkeit setze ich Vertrauen. Was ich nicht sein will ist einsam und allein. Ich flüchte mich in die Lüge, eher als dass ich die Gesellschaft aufgebe. Zu Leben ist überhaupt und über allem die einzige Möglichkeit nicht zu verzweifeln. Manchmal würde ich gerne in den Supermarkt gehen – und mir das Lebensmittel Vertrauen kaufen können. Ich habe einen Wunsch nach einem Horizont. Denn Verrat lebt als Möglichkeit immer mit einem. In den Worten liegt die ganze Lügenhaftigkeit der Welt. Es muss ein Leben vor den Worten gegeben haben. Ein Leben vor den Definitionen. Ein Himmel ohne Grenze. Ich möchte mich
der Wahrheit verschreiben, aber sie lebt jenseits aller Konventionen. Konventionen sind das gegebene Gesetz. Und die Lüge regiert die Welt. Ich erbastle mir eine Geborgenheit. Aber sie ist aus Papier – und die Umgebung steht immerfort in Flammen. Nichts kann gehalten werden. Die Asche der Fragmentierung rieselt auf meine Haut. Was ich nicht will ist all meine konzipierten Geschenke für mich zu behalten. Enttäuschung und Verrat sind die Strickmuster des Erdgewandes. Das Vertrauen, die Liebe fällt hindurch, noch durch die kleinsten Maschen hindurch. Etwas wächst in mir, was nicht wachsen darf. Mit dem Finger auf jemanden zeigen und ihn nicht benennen können: ein Traum. Erfahrungen außerhalb von Buchstaben machen. Die Wissenschaft verleugnen. Laute Schreie nach neuen Entscheidungen – auf beiden Seiten. Große Erwartungen. Ethan Hawke. Ohja. Und dann diese Filme mit ihm und Julie Delpy. Zum Erbrechen zermürbend, die Unwahrscheinlichkeit,
ausgestellt und poliert in all ihrer Abartigkeit. Ich habe ein Verlangen nach geteilten Horizonten. Nach geteilten Welten. Mein Spiegelbild macht immer das, was ich vorgebe. Dort sehe ich mich da, wo ich nicht bin. Foucault.
Mittwoch, 1. Juni 2011
Kein Trost
Eine List hilft nicht mehr.
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