Dies hier ist nicht mit Plüsch überzogen. Dies ist ein Manifest.Dies ist ein Aufruf. Eine Kampfschrift an die Welt. An mich selbst. Der Schrei gehört mir, ebenso sein Echo. Die Welt, die gehört mir auch. Sie muss mir gehören, andernfalls ...
Die Kunst unterhält mich noch immer. Sie will einfach nicht fortgehen. Ich bleibe nie stehen und genau deshalb hält sie es so lange schon bei mir aus. In mir wohnen Zerspiegelungen. Das Oszillieren zwischen Narzissmus und Selbsthass Definitionen definieren nichts. Sie schließen nur ein. Die Ausgeschlossenen sind eingeschlossen. Ich bin kein Anhänger eurer Religionen. Ich lasse mich nicht niederstrecken. Ich lasse mich nicht zerbiegen. Dennoch bleibe ich manchmal liegen. Denn ich bin für das Scheitern. Den Zerriss. Aber auch für Tesafilm. Aber ohne eure biedere Scheinheiligkeit. Ohne eure großbürgerliche Ikea-Möbelhausscheiße. Ich esse Goldene Zitronen und male manchmal ein wenig mit Fehlfarben. Ich habe dich lieb, schrecklich zerfurchende, Ekel erregende Gesellschaft.
Ich habe Kiemen und kann unter Wasser atmen. Ich tauche ab zu Perlen und spucke den Leugnern Algen in die Fresse. Dies ist ein Manifest. Dies ist eine Kampfschrift. Gegen die Gemütlichkeit. Gegen die Gewohnheit. Gegen heuchlerische Progressivität. Du sagst: "Ich wähle nicht CDU oder FDP, also bin ich -" einen Scheiß bist du!
Heute werde ich mir mehrmals auf die Schulter klopfen. Und mich vor mir selbst verneigen. Mich den anderen entgegenstrecken, aufrecht und unbezwungen. Ich bin ein Planet und habe 28 Monde. Ich unterhalte lange Gespräche mit Mineralien. Ich bin immer noch da und strahle der kranken Welt entgegen. Ich bastle mir selbst eine eigene Flagge. Ich habe mich überwunden und durchlaufe ständige Metamorphosen. Gebt mir eine Phrase und ich zerhacke sie euch in so kleine, dreckige Stücke, dass ihr die Buchstaben einzeln zusammen suchen könnt. Ihr phrasophilen Idioten. Ich überklebe meinen Körper mit Tesafilm und hänge mich in eine alte Fichte. Die Sonne scheint darauf und ich hänge daran, aber ich atme noch immer. Mehr als dies, ich verschwende meine Zeit mit wilden Rosen und bunten Christsternen. Die Rosen und die Christsterne - sie sind seitdem ein Riss in mir war und seitdem ich diesen dummen fetten Hund gesucht habe, der nicht fliegen kann, nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Ebenso wenig wie einige friedvolle, kluge Raben, die das Fliegen zunächst verlernt hatten. Und schlussendlich ist da noch dieser eine bestimmte sehr wichtige Teil (eine weiß/se Person, so wie ich) des vermummten Herrn aus Frühlings Erwachen, der ...
Aber wir, wir alle fliegen nun. Zu immer höheren Sphären, immer abstruseren Horizonten. In einen Raum ohne Welt, einen weltlosen Raum. Ich lebe in einem leeren Raum und bin doch umgeben von Ungeheuerlichkeiten. Von tiefen Schluchten und dunklen Höhlen. Dies hier: eine Kampfschrift. Ein Manifest. An mich selbst.Ich lebe mein Leben in konzentrischen Kreisen.
Dennoch erschaffe ich mir jeden Tag neue Wunder, um nicht zu sterben.
Vor allem heute - an diesem 15. Juni 2011.
Ein wunderbarer Tag.
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