Dienstag, 4. August 2015

Blow Up

Die Lücke, sie ist eigentlich viel zu groß und mehrmals schon sollte früher hier etwas Neues stehen. Es sollte Gemütszustände in Perfektion und Treffsicherheit widerspiegeln, aus Angst vor Abweichung wurde nichts geschrieben. Jetzt treibt einen das Wetter jedoch zu diesen Sätzen, denn wenn man so am geöffneten Fenster sitzt und nach einem Tag, der aus Wänden der Hitze bestand den kühleren und doch warmen Wind nun durch das auf die stille Straße geöffnete Fenster in sein Zimmer geweht bekommt, wenn man bereits im weiteren Shirt und mit zugebundenen Haaren auf dem Bette sitzt und nicht sicher ist wohin sich wenden mit seinen Gedanken, die um Begegnungen kreisen und sich, unterstützt vom silbrig lauernden, seltsamen Wetter, Wünschen und noch nicht, aber in Zukunft hoffentlich bald, stattfindenden Gesprächen widmen, wenn man mehr spürt als weiß, dass der Wind und das Rascheln der Bäume einen an jene Szenen am Ende des Filmes von Antonionis Blow Up erinnern, in der der Protagonist, der Fotograf im Hemd, diesen Mord beobachtet und doch nichts sieht, diese Handlung erblickt und doch nur hin und hergeworfen wird zwischen dem Zischen und Sausen des Windes auf der weiten, desaströsen, offenen Wiesenfläche des Parks mitten in der Stadt, die aufbegehrt und zugleich totenstill ist, wie ein Grab, wenn man sich wünscht diesen Film nun zu schauen, dies aber nicht alleine, sondern zu zweit, mit einem, mit jenem, der diesen Film auch sehr schätzt, aber wo ihn finden, denn zaubern kann man derzeit nicht und er scheint gerade nicht verfügbar zu sein, wenn dann dennoch dieses Wetter noch immer in das Zimmer drängt, diese dunkle Ahnung von kommendem Gewitter, die so unheimlich wie archaisch wie romantisch zugleich ist, dann muss man sich wenigsten einen Text verfassen, in der Hoffnung, dass dieser erhört und gelesen wird und mit dem Wunsch genau das eingefangen zu haben, was man in eben jenem Moment vor dem Fenster stehend spürt und was man so gerne mitteilen will - und es nicht kann.