Freitag, 29. Januar 2010

Danke

Gestern, am 28. Januar 2010 ist der Schriftsteller J.D. Salinger gestorben.

Geschrieben hat er nicht viel - was Masse betrifft.
Geschrieben hat er jedoch viel - was Bedeutsamkeit betrifft.

Auch wenn ich seine Erzählungen gelesen und genossen habe, sind es besonders und vor allem die beiden Romane, die zu mir gehören. Die mich geformt haben.
Als erstes ist da The Catcher In The Rye zu nennen.
Dann natürlich Franny und Zooey.
Ich kann dieses seltsame, fragile und helle, zarte Gefühl der Zuneigung und Liebe die ich bei diesen beiden Büchern empfinde kaum fassbar machen. Es entrückt sich und flüchtet, sobald ich es festzuhalten suche.

(The Catcher In The Rye, S. 173)
Ich kann nur sagen: The Catcher In The Rye ist von solch einer erschreckend klaren Traurigkeit, von solch einer tiefen Weitsicht und Wahrheit, dass ich es fast nicht ertragen habe. Letztlich jedoch war es dann doch anders: Holden Caulfield hat mich getragen. Damals.
Und heute noch immer.

Anders als er hat mir Zooey geholfen. So wie er seiner kleinen Schwester Franny in der Geschichte hilft. Genauso. Denn manchmal, manchmal ja da bin ich wie sie. Da bin ich wie Franny. Und in den Momenten, wo ich so sehr Franny war, dass es mich beinahe zerrissen hat - in eben diesen Momenten habe ich diesen Roman gelesen. Habe meine eigene Geschichte aufgeschrieben gesehen. Habe diesen tröstlichen großen Bruder an meiner Seite gehabt. Diesen Bruder, den ich eigentlich gar nicht besitze.
Am Ende des Buches dann habe ich zusammen mit Franny an die Decke gestarrt und gelächelt.
Zwar mit Tränen in den Augen, aber ich habe gelächelt.

Danke J.D. Salinger.
Schade, dass du nicht noch mehr geschrieben hast.
Aber eigentlich ist das auch okay.
Denn:
Mit diesen beiden Romanen hast du alles gesagt.
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