Montag, 29. Oktober 2012

Aberystwyth Photo Marathon 2012

Sechs Stunden. Für sechs Bilder. Zu sechs Themen.
1. Kreise
2. Straße
3. Hinein sehen
4. Grün
5. Einzigartig
6. Schatten
Gewonnen habe ich nicht, aber das ist nicht weiter schlimm. Sehr schön war es bei ausnahmsweise einmal strahlendem Sonnenschein am Samstag durch Aberystwyth mit der Kamera zu ziehen und nach guten Bildern Ausschau zu halten. Das Schöne nun: alle Bilder sind im Morlan Centre ausgestellt, darunter also auch meine. Als Dankeschön bekam jeder Teilnehmer seine Fotos als Kalenderblätter. Mitgemacht haben an die 60 Leute, die Reden wurden hier natürlich in Englisch und Walisisch gehalten. Diese Sprache mit ihren harten "ch"- Lauten erinnert mich immer ein wenig ans Niederländische und an das ferne Hebräisch. Eine recht seltsame und schöne Mischung, somehow. Interessant hier generell das Spracherlebnis: wie man nicht umhin kann das Deutsche mit dem Englischen zu vermischen und wie einem manchmal mehr und mehr die deutschen aber auch englischen Begriffe nicht mehr einfallen. Ständiges Umspringen des Gehirns, besonders wenn man mit Menschen Englisch redet, die doch eigentlich auch aus Deutschland kommen. It's really weird but wonderful in a way.
(Die sechs Bilder in chronologischer Reihenfolge der Themen nun hier):

circles
street
looking in
green
unique
shadow

Montag, 15. Oktober 2012

blau - weiß - grau

Himmel. Wolken. Veränderung. Drängen. Herausziehen. Hineingezogen werden. Wegfliegen. Doch bleiben. Hinaufblicken. Himmel. Wolken. Wollen. Immer Wollen. Das Grün gegen das Blau. Das Grün gegen das Weiß. Das Weiß und das Blau. Der Kampf. Die Wellen gegen das Blau. Das graue Meer gegen das Weiß. Das graue Meer gegen das Blau. Das Meer mit dem Blau. Das Blau und das goldene Licht. Immer das goldene Licht. Veränderung. Umsturz. In Bruchteilen von Zeit. Keine Zeit. Der Himmel wächst weiter. Und weiter. So auch du. Immer weiter. Hin zum Blau. Zum Grau. Zum Schwarz. Hinein ins Weiß. Die weiße Weite. Gesprenkelt mit Blau. Die Dringlichkeit des Firmaments. Man darf hier nicht von Regen schreiben. Vielmehr schreibt sich dieser in die Haut. Aus den Wolken hinaus. Der Regen als Konstante. Mit den Blaupausen dazwischen -

so hell,
stets lichtern.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Irgendwo anders

 
Irgendwo anders verpasst man immer irgendetwas.
Aber das sagen die anderen dort auch. Von daher. Hinterher. Allem hinterher. Nicht gleichzeitig sein an zwei Orten, sondern versuchen an einem so ganz.
Die Gewichte einfach zurück in den Schrank stellen. Den Schlüssel rumdrehen, aber nicht wegschmeißen. Jedoch hinaus aus den Augen.
Herz. Hinein ins Herz. Wie heraus? Und dann: wohin in der Stille? Die Kälte – an sie gedacht, so wirklich?
Ausländer? Lasker-Schüler? Gar Celan?
Das gemeinsame Schweigen über Celan. Es fehlt. Es fehlt viel. Und Neues kommt hinzu. Füllt nicht aus. Aber an. Von daher. Hinterher. Allem hinterher. Das Verbinden toter Punkte zu Sternenbildern. Wo sind diese Sorte Menschen? Jene, die man (finally!) küssen könnte und dann bluten die Lippen und dann sind die Sterne nicht mehr im Himmel.
Sondern irgendwo anders.
Im Innen von Beiden.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Erwartungen

Gerade ist der Zweifel am gesamten Konzept „Theater“ sehr groß. Es fällt einem nicht ein, wie man dies ändern könnte. Man fragt sich sogar, ob man es überhaupt als nötig erachtet es ändern zu müssen. Jedoch funktioniert der Satz von Dirk von Lowtzow Im Zweifel für den Zweifel in beiderlei Richtungen…
Immer nun morgens um acht eine Stunde praktisches Theatertraining. Für so etwas die schlechteste Uhrzeit. Kein Schlaf. Nicht wach. Heute wurde bereits nicht hingegangen und ausgeschlafen. Keine Lust. Aber durch andere Aktionen sich selbst motivieren. Dies: eine Dringlichkeit. Also das Schreiben und das Lesen. (Vielleicht sind einige wissenschaftliche englische Texte ja dann doch auch spannend, immer wieder Selbstüberwindung). Aber Adorno auf Englisch, das muss nicht sein. Vielleicht kann man das ja irgendwie umgehen. Angst auf vielen Ebenen. Zum Beispiel vor den Prüfungen. Einen schriftlichen Essay über eine Inszenierung, untermauert mit Theorien und Thesen des hier doch noch anders freien Theaterbegriffs. Nicht ganz klar, um was es diesem Institut hier geht. Selbstverwirklichung, werde der du bist. Irgendwie scheint das aus vielen Worten zu krächzen. Ich weiß nicht. Das trieft zu viel und trifft zu wenig. Neben dem Essay soll eine 20 minütige mündliche Performance / Vortrag gehalten werden. Sehr frei - so frei, dass die Angst durch die Lücken der losen roten Fäden hindurchschlüpft. Guten Abend, liebe Angst. Immerhin bist du stets ein weitaus richtigerer Gast gewesen, als die Taubheit, die einen in diesen Zeiten und nicht nur hier sondern schon viel länger zunehmend besucht.
Was willst du?
Du wirst nicht gebraucht.
Verpiss dich.
Endlich.